Ferdinand Sauter                     Umsonst

1804 - 1854

 

Ein Mädchen weiß ich in der Schönheit Prangen

Und in des Lebensfrühlings vollster Blüte,

Aus dunklen Augen leuchtet Herzensgüte,

Und Frohsinn lacht von morgenfrischen wangen.

 

Und seh ich sie, ergreift ein still Verlangen,

Ein unnennbares Sehnen mein Gemüte,

Doch wie ich über solch Empfinden brüte,

Beschleicht mich wehmut und ein ängstlich Bangen.

 

Ich fühl’ es nur zu sehr: Es ist die Liebe,

Die so mein ganzes sein mit Glut durchdrungen,

Und die so Tag als Nacht umfaßt mein Denken.

 

Doch wärs umsonst, wenn ich auch Bücher schriebe,

Denn Gegenliebe wird ja nicht ersungen,

Sie will sich frei und ungezwungen schenken.