1804 -
1854
Ein Mädchen weiß ich in der
Schönheit Prangen
Und in des Lebensfrühlings
vollster Blüte,
Aus dunklen Augen leuchtet
Herzensgüte,
Und Frohsinn lacht von
morgenfrischen wangen.
Und seh ich sie, ergreift ein
still Verlangen,
Ein unnennbares Sehnen mein
Gemüte,
Doch wie ich über solch
Empfinden brüte,
Beschleicht mich wehmut und ein
ängstlich Bangen.
Ich fühl’ es nur zu sehr: Es
ist die Liebe,
Die so mein ganzes sein mit
Glut durchdrungen,
Und die so Tag als Nacht umfaßt
mein Denken.
Doch wärs umsonst, wenn ich
auch Bücher schriebe,
Denn Gegenliebe wird ja nicht
ersungen,
Sie will sich frei und
ungezwungen schenken.